8th Tour

Kurzer Abriß:

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- Zeitraum der Reise war vom 1.01.2001 bis 15.09.2001,
- Durchgeführt von Dirk.,André,
- Unser Hilfsmittel war ein Landrover S3
- Geschlafen wurde im Car,
- Das Ziel der Reise war Nordafrika, Ostafrika, Südafrika,
- Rückflug nach Frankfurt, der Land wurde per Schiff zurückgeholt.

Reisebericht


Berichte von Unterwegs:

1st mail vom 28.03.2001:
 
 

Hallo Andre,

hier kommen unsere Meldungen aus dem Sudan, unsere Reise lief bis jetzt problemlos bis auf 2 gebrochene Federn, etwa 20 geflickte Reifen. Auch der Sand konnte uns nichts anhaben, auch wenn die Spoetter aus dem Luxusliner anderes behaupten. Gesundheitlich geht es uns ebenfalls sehr gut, bis auf ein wenig duenen Stuhl der vom Zuckerrohr herruehrt. Wir haben Verstaerkung erhalten von zwei Kaeskoeppen, mit einem alten (17 Jahre) Toyota, die uns bis Kenia (Mombasa) begleiten wollen, oder wir sie, wenn alles so klappt wie wir uns es vorstellen. In den naechsten Tagen erreichen wir Ethiopia mit einem neuen Visa, dank DVD in Bonn.
Einzigstes grosses Prblem ist der Zugiff auf unsere E-Mails.!!!! Bitte,bitte hilf uns aus dieser Not in der Ferne (vielleicht geht ja irgend etwas mit HotMail, oder so etwas einfachem).
Wir werden uns ueber Tel. bei dir melden, sobald es uns wieder moeglich sein wird (Adis-Abeba oder Neirobi.
Viele Gruesse von den beiden stinkenden, vermisteten Landstreichern Dirk und Andre an alle die du erreichen kannst(ins Internet setzen und bitte auch ein paar Bilder dazu, Nelson bekommt auch in den naechsten Tagen einen ausfuehrlichen Brief mit ein paar Details).

 

 

2nd mail vom 12.05.2001:
 
 

Jambo an alle die hier lesen!
Mtwaba, 12.05.2001
 

S 03,57,,840,
N 039,44,,828,
Endlich wieder einmal ein ausführlicher Bericht von Unterwegs. Erst einmal kurz die momentane Situation. Wir befinden uns mittlerweile in Mombasa (Kenia) und genießen die Gastfreundschaft von Robertís und Jeroen^s (die beiden Holländer) Tante und Onkel, die hier in Mtwapa, etwa 15 km nördlich von Mombasa in einer kleinen ruhigen Bay, ein Wassergrundstück ihr eigen nennen und natürlich auch eine kleine Segeljacht besitzen, auf welcher ich mich schon seit unserer Ankunft vor 14 Tagen in den Schlaf schaukeln lasse und auch soeben diese Zeilen verfasse. Die Umgebung ist, mal von der hohen Luftfeuchtigkeit (90%) und den hohen Temperaturen (30 Grad C im Schatten) abgesehen, wunderschön idyllisch und ruhig. Das Grundstück wird von 3 Bediensteten in Ordnung gehalten, einer für das Haus und die Nahrungsaufnahme und die anderen beiden für den Garten und den Rest der anfallenden Arbeiten. Also wie Ihr seht geht es uns gut, kein Essen kochen, keine Kleider waschen, kein Geschirr abspülen und wegräumen, also eigentlich nur genießen und leben. Aber leider wurde und wird diese Schönheit von drei bitteren Erscheinungen getrübt. Hier nun zur Ersten. Leider mußten wir erst einmal den Landy wieder in Schuß bringen. Das heißt es mußten die Bremsbelege nachgestellt beziehungsweise ersetzt werden, das Öl wollte gesichtet und erneuert werden, hier und da waren Schrauben die ihre feste Verbindung aufgegeben hatten und es waren auch noch kleine Verfeinerungen im Innenbereich des Landys von Nöten, die den Komfort in die Höhe treiben sollten. Eigentlich alles kein Problem und von vornherein geplant gewesen, aber dann der Hammer. Beim öffnen der Ölwanne fanden wir gar sonderbare Dinge in Selbiger. Einige Zähne die wohl einst an einem Zahnrad waren, einen abgescherten Schraubenkopf, eine noch sehr gut erhalten gebliebene, komplette Schraube und zahlreiche undefinierbare, kleinere und größere Metallteile. Nach besichtigen mit einer Taschenlampe entdeckten wir weiter ein etwa 10cm langes Bauteil, welches seinen ursprünglichen Platz im Bereich der Steuerkette aufgegeben haben mußte und nun wild umherflog um sein Unwesen zutreiben. Um das Ausmaß der Zerstörung zu betrachten gab es nur eine Möglichkeit, das öffnen des Motors. Allerdings mußte dazu auch der komplette Bereich der Wasser- und Ölkühlung entfernt werden. An dieser Stelle tritt nun Erscheinung Nr.2 an den Tag. André, Jeroen und Robert gingen immer mehr in Schlafphasen über, wurden immer weißer und weißer und hatten alle samt Fieber. Jeroen war der erste der einen Arzt aufsuchte. Das Ergebnis: die so oft gefürchtete und allen bekannte Malaria. Den Tag darauf kamen auch André und Robert mit dem gleichen Ergebnis vom lieben Onkel Doktor zurück. Na toll, dachte ich mir so. Also macht ich mich allein an die Arbeit, und nach ca. 6h hatte ich dann auch schon den Bereich der Steuerkette vor meinen erstaunten Augen bloßliegen. Das Teil welches sich von seinem, durch den Hersteller bestimmten, Platz entfernt hatte, stellte sich als Vibrationsdämpfer für die Steuerkette heraus. Aha! Dies war also das Geräusch was wir seit der Flußdurchquerung im Mago-Nat.-Park zu hören hatten. Aha, aha denk ich weiter, dies war also auch der Grund weswegen der Motor, als der Landy so auf halb acht am Flußufer stand, nicht zu drehen war. Weder mit der Kurbel, die ging einfach viel zu schwer, noch mit der zweiten Batterie aus Robertís Toyota die eigentlich hätte voll sein müssen. Erst mit drei Batterien war der Motor unter seltsamen Geräuschen zu starteten. Da hatte sich wohl eines dieser Teile zwischen die Zahnräder und die Steuerkette geschmuggelt. Ein großes Wunder ist nur, daß der Park ca. 2000km entfernt liegt, wovon etwa 1000km schwere Piste sind und dennoch der Motor durchgehalten hatte. Dank Robertís Onkel Peter war die Ersatzteilbeschaffung kein Problem und außerdem noch etwas billiger als normal. Für ca. 220 DM hatten wir nun drei neue Zahnräder, eine neue Steuerkette, einen neuen Vibrationsdämpfer, neue Dichtungen und eine neue Zündspule (Reserve) in der Tasche. Beim Zusammenbau ging mir Robert sehr hilfreich zur Hand, denn er war der einzige dem es etwas besser ging. Jeroen und André waren noch immer außer Gefecht gesetzt. Mittlerweile läuft der Landy wieder. Jeroenist wieder in Holland, per Bus bis Nairobi und von da aus mit dem Flieger nach Brüssel wo ihn der Zug nach Hause brachte. Auch André ist wieder auf dem Weg der Besserung, denn das Bier schmeckt ihm wieder und die restlichen Arbeiten an unserer Wohnung erledigten wir gemeinsam. Doch nun kommt Erscheinung Nr.3 ins Spiel. Da man mich mit der Malaria verschont hatte dachten sich wohl die Götter mich mit etwas anderem zu belasten. So schickten sie mir ein Rudel Moskitos auf den Leib, welche mir einige (8) Wunden verpaßten die nun einfach nicht heilen wollen. Die größte von ihnen, welche sich am rechten Schienbein befindet, hat mittlerweile das Ausmaß eines 1 DM-Stücks (der offene Bereich) mit einer Tiefe von ca. 3mm. Der rote Bereich um die Wunde herum ist etwa 8cm. Hinzu kommt eine Anschwellung des gesamten Fußes, wahrscheinlich durch eine Überlastung der Lymphdrüse. Da bisher keine Besserung durch Einsalben erfolgte, habe ich nun gestern Abend mit Antibiotikum begonnen. Wie der Verlauf des weiteren ist, bleibt abzuwarten. Soweit zum jetzigen Stand, aber wie erging es uns nun zwischen Khartoum und Mombasa? Schließlich liegt unsere letzte Meldung bereits 1 1/2 Monate zurück und war noch im Sudan. Dies sollt Ihr in den nächsten Zeilen erfahren. Nach dem wir uns in Khartoum ein neues Visum für Ethiopia besorgen mußten, da ja das alte bereits abgelaufen war ehe wir überhaupt in die Nähe waren, machten wir uns wieder auf die Räder. Allerdings fuhren wir nun zu viert und mit zwei Fahrzeugen, zum einen unsere beiden Selen im guten alten Landy und zum anderen die beiden Holländer Robert und Jeroen im 17 Jahre alten Toyota. Gemeinsames Ziel sollte Mombasa sein. Wir um etwas auszuspannen (diese Geschichte kennt Ihr ja bereits) und die beiden Holländer um ihre Tante und Onkel zu besuchen. Die beiden sind im Übrigen Brüder und der Grund der Reise war ein altes Schaukelpferd, welches auf dem Postweg ein Vermögen gekostet hätte. Deshalb entschloß sich Robert das rocking horse selbst nach Kenia zu bringen und Jeroen hatte eben nichts anderes zu tun und bekleidete in dabei. Die Fahrt bis Gedaref verlief ohne Zwischenfälle, denn bis dahin war auch noch Asphalt unter den Rädern. Ab Gedaref war dann wieder Piste angesagt, die sich vorerst bis Gonder (Ethiopia) ausdehnen sollte. Es war eine sehr staubige Wellblechpiste die sich aber relativ gut befahren lies, wenn man mal von den tiefen Löchern absieht. Leider kamen wir nicht ganz pannefrei bis zur Grenze, denn etwa 40km vor Gallabat krümmte sich meine Nase von verschmorten Gummi. Irgendwie waren von unseren beiden Keilriemen nur noch wenige Reste übrig. Nach einer kurzen Untersuchung stellten wir den Übeltäter Lichtmaschine sicher. Das vordere Kugellager war nur noch grober Metallstaub, aber da mir dieses Problem nicht ganz unbekannt war, hatte ich vorsorglich ein paar Neue mit an Bord, so das wir vor Ort eine Reparatur vornehmen konnten die sich bis zum jetzigen Zeitpunkt bewährt hat. Allerdings verwenden wir nur noch einen Keilriemen und den dazu noch etwas lockerer wie gewöhnlich. Am nächsten Morgen , der Kalender zeigte inzwischen den 31.03.2001, fuhren wir weiter und erreichten gegen 11.00 Uhr die Grenze. Eigentlich wäre die Ausreise aus dem Sudan ganz flink gegangen, hätte man nicht einen Stempel in unser carnet de passage drücken wollen. Dies war aber nicht möglich, da wir bei der Einreise in den Sudan gar keinen Einreisestempel ins carnet de passage bekommen hatten. Nun standen die Grenzer etwas hilflos da, und wir natürlich auch. Irgendwie hat dann einer von ihnen unsere Fahrzeugdaten übernommen und war verschwunden. In der Zwischenzeit hatte man uns eine Cola spendiert und klar gemacht das der Fehler nicht bei uns lege sondern an dem Grenzbeamten bei dem wir eingereist waren, also in El Geneina. Kommt Zeit, kommt Rat und kommt nach 2h auch schon der Grenzer zurück. Nun war alles geklärt und wir konnten den Sudan endlich verlassen. Auf ethiopischer Seite sahen wir endlich mal wieder etwas freizügigere Frauen und überhaupt war innerhalb von 100m alles ganz anders. Am seltsamsten empfanden wir den Grenzbeamten, der in irgend einer verwinkelten Gasse in einer kleinen, hübschen Hütte hauste. Die Formalitäten waren in 10min erledigt und zum Schluß bekam jeder einen Zettel in die Hand gedrückt wo wir uns über die Bedienung äußern sollten. Selbiger wurde dann in einer Art Wahlurne versenkt, welche vor der Hütte aufgestellt war. Allerdings ist dies nur der erste Teil der Einreise gewesen. Der Zweite erfolgte 40km weiter in Shedi. Da jedoch Samstag war, war der Beamte, der den Rest der Einreiseformalitäten abzuwickeln hatte, nicht gleich verfügbar, so das wir ihn erst aus dem Hotel holen mußten. Ansonsten war auch hier alles sehr unproblematisch und der Preis, nur 1 US-Dollar. Außerdem, da es bereits später Nachmittag war, bot man uns an, auf dem Gelände der Immigration zu nächtigen, kostenlos natürlich. So etwas läßt man sich nicht zweimal sagen und schon standen die Kisten auf dem Platz und wir bewegten uns, völlig ausgedurstet und nach einem Bier labend, in Richtung des nächsten Hotels. Ich glaube, daß das erste Bier nur unsere Kehlen etwas angefeuchtet hatte, wenn überhaupt eine Berührung statt fand, denn wir mußten sofort ein zweites Bier bestellen. Ist ja auch kein Wunder, denn immerhin erblickte unser Augenlicht fast 3 Wochen keinen Tropfen dieses edlen Getränks, nur einen seltsamen Schnaps in Khartoum, den uns der Besitzer des Camps ausgegeben hatte. In diesem Hotel kamen auch unsere Mägen das erste mal in Kontakt mit der Nationalspeise Inschala. Es handelt sich hierbei um einen großen 1cm starken Fladen aus Sauerteig der mit irgendwelchem Gemüse und Soßen bedeckt wird und für das erst Mahl ganz gut schmeckte. Das zweite mal war dann gerade noch ertragbar, aber ab dem dritten Mahl verweigerten wir die Einnahme dieses Gerichtes. Leider war es aber auch in vielen Orten das einzige was aufzutreiben war. Naja, wie Ihr seht leben wir ja noch. Der nächste Tag mußte eigentlich, laut Zeitrechnung (01. April), eine Überraschung in sich bergen. War auch so! Irgend wann blieb der Toyota stehen und Robert und Jeroen rannten etwas hilflos um Selbigen herum. Bis nach einer Weile Robert zu uns hinter kam und erklärte, daß er nun 2 Toyotas hätte. Schön dachten wir! Das ist dann einer für Robert und einer für Jeroen. Aber so toll war es dann doch nicht, denn das Chassis hatte einen großen Riß auf beiden Seiten und hätte wahrscheinlich keine 10 km mehr zusammen gehalten. Also noch einmal Glück im Unglück gehabt! Mit drei Spanngurten und einem Stück Eisenrohr hat André dann erst einmal Doktor gespielt und zauberte einen hervorragenden und stabilen Verband, welcher uns bis zum nächsten Schweißgerät brachte ohne zu versagen, super! Um aber sinnvolle Schweißarbeiten zu leisten, mußte der Toyota erst einmal vorbereitet werden. Also schraubten wir alle 4 bis in die Nacht hinein, bis von dem Wagen nur noch die Fahrerkabine auf dem Rahmen war. Nun sollte der Schweißer genügend Platz haben! Da man von der nächtlichen Arbeit nichts bemerkte, was ja auch so gedacht war, denn mit einem halben Wagen konnte man uns ja nicht wegschicken, staunten die Leute von der Straßenbaufirma, in der wir Unterschlupf fanden, am nächsten Morgen nicht schlecht. Nun wurde jeweils links und rechts am Rahmen eine Metallplatte angebracht die uns erst einmal bis Gonder brachte. In Gonder haben Robert und Jeroen sich in der Dashen-Brauerei noch eine richtige Verstärkung anbringen lassen und wie wir gesehen haben, es hält hervorragend. In Gonder selbst verweilten wir drei Tage und lernten Karin und Manuel im Blauen Toyota kennen. Die beiden sind 1999 mit Donald Schuhmann (Extech-Unimog) durch Libya gefahren und waren auch bei Tiwi 2000 mit vor Ort, einige von euch müßten sie eigentlich kennen oder zumindest schon etwas gehört haben von ihnen. Die beiden waren im Übrigen auch über Frank und Holmís Disaster informiert. Von den beiden haben wir eine ganze Menge Informationen erhalten, inklusive GPS-Daten. Und auch den Tip, da wir ja 4 abenteuerlustige, kräftige Burschen seien, die Grenze zwischen Ethiopia und Kenia, östlich am Lake Turkana vorbei, auf illegalen Wege zu passieren. Aber diese Geschichte erzähle ich euch später. Zunächst fuhren wir aber erst einmal in Richtung Bahir Dar weiter, da es dort in der Nähe (etwa 40 km weiter in Richtung SSO) die berühmten Blue Nile Falls geben soll. Um Treibstoff zu sparen, entschlossen wir uns mit dem Bus dahin zu fahren und die Fahrzeuge in der Hotelanlage in Bahir Dar stehen zu lassen. Eigentlich eine gute Idee, glaubt man, denn der Preis für den Bus war, wie zu DDR-Zeiten, sehr gering. Aber wir waren auch noch nicht in Afrika mit so einem Fortbewegungsmittel unterwegs gewesen. Ein Traum oder besser gesagt ein Alptraum für jeden Reisenden, oder aber auch nur, Abenteuer pur! An dem Bus gab es nichts was man, auf dieser wunderschönen Wellblechpiste, nicht auch hören konnte. Am schönsten waren die Scheibenreste zu beobachten und heimlich wetteten wir schon, welche denn als erste das sinkende Schiff verlassen würde. Auch waren die Reisenden selbst ein Hochgenus für unsere Sinne und zu guter Letzt gab es auch noch eine Panne, die aber innerhalb von 20 min behoben wurde. An den Blue Nile Falls selbst war es phantastisch und zauberhaft schön. Dies in Worte zu fassen versuche ich lieber gar nicht erst, aber ich denke, daß ihr einen kleinen Einblick durch die Fotos bekommen dürftet. Wir sind natürlich auch bis zu der Stelle vorgedrungen, an der die Wassermassen von oben auf das unten liegende Wasser aufschlagen. Völlig nackt ließen wir uns von den aufgewirbelten Wassertropfen duschen und regelrecht abstrahlen. Dies war so stark, daß wir aufpassen mußten, nicht mit weggeblasen zu werden. Ein herrlich erfrischendes Gefühl nach so einer tollen Busfahrt. Auf dem Rückweg zum Bus überquerten wir den Nil mit dem Boot. Am 07.04. machten wir uns auf den Weg nach Lalibela, welcher nicht gerade der einfachste war, denn es galt ca. 350 km Piste, die sich teilweise bis in eine Höhe von 3000 m hinauf schlängelte, abzuriemen, so daß es bereits dämmerte als wir unser abendliches Bier einflößten. Hier sahen wir uns die berühmten Felskirchen an die König Lalibela einst, vor einigen hundert Jahren, in den Stein hinein meißeln lies, wobei die Legende erzählt, daß er auch von Engeln unterstützt wurde. Wie auch immer, eines ist gewiß, die Anlage von 11 solcher Kirchen ist einzigartig und sollte einst Jerusalem darstellen. Denn so die Legende weiter, war es zu Zeiten Lalibelas in Jerusalem sehr unsicher und so erschien im Gott der ihm dieses Projekt zur Aufgabe machte. Ist ihm auf jeden Fall gelungen! Etwa 50 km NNO-licher Richtung gibt es noch ein kleines Extra. Es handelt sich hierbei um eine Höhle in die man vor langer, langer Zeit ein Kirche installierte, aber die Höhle gleichzeitig als Friedhof benutzte. Da sich die Höhle jedoch auf dem Mount Abune Yosef befindet und dieser bis in eine Höhe von 4190 m reicht, sind die Leichen nicht vollständig verrottet, so daß noch immer die Überreste überall herum liegen und man aufpassen muß, daß man nicht mit seinen guten Socken (Schuhe müssen vor der Höhle gelassen werden) auf einen Schädel oder Oberschenkelknochen tritt. Schließlich kann so etwas ja ganz schön schmerzhaft sein. Weiter ging nun die Reise in Richtung Addis Abeba mit einer Zwischenübernachtung in Dese. Da der Weg hierher keine großen Geschwindigkeiten zuließ, war es wieder einmal dunkel als wir die Stadt erreichten und wir entschlossen uns in dem Hotel, auf dessen Parkplatz wir uns abstellten, zu essen und zu trinken. Bier ist ja wohl klar! Leider konnte einer von uns das Bier nicht mehr austrinken und zwar war das meine Wenigkeit. Irgendwie wurde es plötzlich, nach dem einnehmen der Mahlzeit, sehr dunkel um mich herum und das lag nicht daran das es Nacht war. Auch wollte ich, den mir geltenden Fragen, Antwort geben, aber es wollte sich einfach kein Ton, durch meinen sich bewegenden Mund, bilden. Beim darauf folgenden Versuch das Lokal zu verlassen, hatte ich große Mühe die Türen zu treffen und auch der draußen stehende Stuhl schien sich sehr hin und her zu bewegen. Zum Glück hatte ich André als starke Stütze. Nach dem wir es endlich schafften mich an der frischen Luft zu plazieren, holte André erst ein mal eine große, kalte Wasserflasche und begoß mich mit ihrem Inhalt. Wie unsere Benzinpumpe am morgen funktionierte ich nach 15 min Abkühlung wieder bestens. Was die Ursache allerdings war ist noch immer unklar. Wir vermuten, daß die Kombination Essen, Wärme und Höhe Auslöser für diesen kleinen Zwischenfall waren, eben wie bei unserer Benzinpumpe, nur daß bei ihr die Komponente Essen zu streichen sein dürfte. Am nächsten Tag (10.04.) ging die bergige und kurvenreiche Fahrt also weiter nach Addis. Dabei erreichten wir auf einem Bergpaß eine Höhe von 3200 m. Die Temperaturen fielen auf 13 Grad und noch immer leben in dieser Höhe Menschen, und, ich wollte es erst gar nicht glauben, Baboons (Paviane). Mußte ich doch gleich als Beweis auf Zelluloid bannen! Am Abend erreichten wir dann Addis Abeba und begaben uns auch gleich in das Bel Air Hotel, welches, wie man uns berichtete, von Travellern gut besucht sein soll. Stimmt auch so! Wieder einmal hatten wir also ein Teilstück unserer Tour erreicht und noch immer waren wir frohen Mutes. In Addis Abeba selbst hatten wir uns nicht alt zu lange aufgehalten, denn ehrlich gesagt, so toll ist die Stadt nun auch wieder nicht ! Bis auf das, daß wir unsere Traveller Cheques eintauschen mußten, hatten wir auch nichts wichtiges, auf diesem Platz Erde, verloren. Oh doch, das wäre mir ja beinahe entfallen, Andréís Geburtstag stand vor der Tür. Dies war zumindest ein triftiger Grund, mal etwas anderes einzukaufen, denn das sollte hier kein Problem darstellen, wie immer nur Reis, Spaghetti oder Brot (sofern vorhanden). Also griffen wir mal etwas tiefer in die Taschen und siehe da, wir entlockten ihnen, endlich mal wieder, richtigen Schnittkäse mit Butter und frischem Brot, und einer guten alten Flasche Rotwein, welche man schon bei der Messe Meister von Morgen auszeichnete. Außerdem entrissen wir einer, saftig Gras kauenden, Kuh ihr bestes Fleisch vom Leib und machten über einem kleinen Lagerfeuer saftige, gut gewürzte Steaks daraus. Welch ein hoch anmutender Genuß, der uns da in die hungrigen Mägen rutschte! Aber was tut man nicht alles für seine guten, 29 Jahre, alten Freunde? Man geht sogar der Gefahr entgegen zu verfetten, oder so. Auf jeden Fall haben wir festgestellt, daß alle, außer ich, ihre normale Körperform beibehalten haben und wenn, dann maximal abgenommen hatten (Malaria). Ihr könnt aber beruhigt sein, hinter das Landy-Lenkrad passe ich noch und notfalls kann ich ja den Bauch einziehen, oder den Rest der Tour im hinteren Bereich unseres Wohnmobils verbringen. Nach einem Tag Auszeit wollten wir uns nun in Richtung Shashemene aufmachen und mußten gleich am frühen Morgen den Landy ankurbeln. Nun gut, konnte wohl damit zusammen hängen, daß wir die ganze Zeit von der Konserve unsere Ohren beschallen ließen. Als wir aber nach dem Tanken in Koka ein weiteres mal den Wagen ohne Batterien starten mußten, machten sich dann doch finstere Gedanken in unseren Köpfen breit. Am Lake Langano angekommen, checkten wir also als erstes die Lichtmaschine und siehe da, sie stellte nur noch Ballast dar. So ein Luder! Da aber Shashemene nicht mehr weit entfernt war, fuhren Robert, ich und das Luder da hin. In einer Werkstatt kam das Luder sogleich auf den OP-Tisch um untersucht zu werden. Durch das bereits erwähnte Kugellager hatten auch die Wicklungen etwas gelitten und letzten Endes versagt. Da wir uns ja aber in Afrika befinden, wo immer und überall der Spruch No problem seine Runde macht, nahm man das Luder auseinander, wickelte neu und schon war sie wieder eine Lichtmaschine, die noch immer arbeitet. Auf kurz oder lang, werden wir sie wohl aber doch gegen eine Neue, oder zu mindest gegen eine gut gebrauchte, ersetzen müssen. Neben bei besichtigten wir noch schnell eine heiße Quelle (Hot Springslake Shala) und fuhren weiter nach Arba Minch. Durch die starken Regenfälle in den vergangenen Tagen hatte es jedoch eine Brücke, kurz vor Arba Minch, weggespült und so hieß es mal wieder, ab durch den Fluß. Dieser war zwar bisher der breiteste und tiefste unter ihnen, stellte sich aber als unproblematisch heraus, etwa zu vergleichen mit einer fahrt in der Röder, hinten am Schweinestall. Außerdem liefen lauter Kinder vor den Fahrzeugen her, um die Tiefe zu signalisieren. Und doch konnten wir von Glück reden, denn am Abend gab es ein Unwetter welches sich gewaschen hatte. So etwas hatten wir noch nicht erlebt und wenn, dann vor langer, langer Zeit. Man wollte meinen, daß sich die Götter nun endgültig gegen die Erde, mit allem was darauf keucht und fleucht, verschworen hätten und nun mit aller Macht das Ende vorbereiteten. Ein wirklich atemberaubendes Naturschauspiel, was aber auch den Wasserstand der Flüsse in die Höhe trieb. Leider konnten wir uns dadurch auch nicht mehr die Krokodilfarmen, für die Arba Minch berühmt ist, ansehen und so kam es, daß wir unseren Weg nach Süden zum Mago Nat. Park fortsetzten, ohne Krokodilzahn in der Tasche. Am 16.04. standen wir dann erstmalig auf dem Gelände eines National Parks und mußten erst einmal schnell unsere linke Vorderachsfeder umbauen, denn sie war mittlerweile etwas müde und wies nicht mehr so den größten Federweg auf, um nicht zu sagen gar keinen mehr. Da wir unsere neu mitgenommene Feder bereits im Sudan verpflanzen mußten, machten wir also aus den beiden alten eine brauchbare Feder und waren somit zufrieden. Den Morgen darauf starteten wir mit einem bewaffneten Führer, den wir nicht einmal bezahlen mußten, denn er wollte auf die andere Seite des Parks zu seinen kranken Kindern, und ohne ein Eintrittsgeld zu verrichten, da der Chef in Arba Minch nicht zu erreichen war, in den, von wilden und gefährlichen Tieren bewohnten, Park, von denen wir keines, außer den Baboons, zu Gesicht bekamen. Was unsere Augen jedoch wahrnehmen mußten, war eine verschlammte und, zum Teil schon mit dem Busch verwachsene, Piste, welche vor 6 Monaten das letzte mal von einem Suzuki Samurei befahren wurde. Natürlich fuhren wir auch gleich beide Fahrzeuge in dieser wunderschönen, von Viehzeug nur so wimmelnden, Brühe fest. Mit der Hilfe unserer Gerüstbretter, dem High-Lift und den Schneeketten konnten wir uns aber wieder befreien und die Fahrt ging, zwar sehr langsam aber sicher, weiter. Bis plötzlich und unerwartet, für alle unfaßbar, ein reißender Fluß unseren netten Weg kreuzte. Jetzt hatten wir zum ersten mal ein echtes Problem, denn umkehren kam nicht in Frage, da wir ja von hier aus auf dem direkten Wege nach Kenia wollten und außerdem war der hinter uns gebliebene Weg nicht gerade der beste. Also erst einmal sehen wie tief er ist. O.K. dachten wir so, ein bißchen viel Strömung, aber hier und da den Hang etwas abtragen und dann Gas geben müsset eigentlich gehen. Denkste! Bis zur Mitte des River ist der gelbe Toyota ja gekommen, aber dann war Zick. Das war nicht das schlimmste, denn noch hatte der Wagen genug Luft unterm Kiel, aber jetzt kam die Strömung zum Einsatz und das Boot versank immer tiefer und tiefer im Fluß. Jetzt brauchten wir alles was wir an Seilen, Winden (High-Lift), Spanngurten und Umlenkrollen mit hatten. Die Ladefläche leerräumen, Gerüstbretter und Seitenwände des Toyotas unter die Räder und alle Seile gut gespannt. O.K. und nun langsam aber sicher raus das Ding, denn mittlerweile stand das Wasser über der Ladefläche und im Inneren des Wagens. Nach einiger Zeit hatten wir es auch gegafft und der Toyota stand am anderen Ufer. Toll, und wie bekommen wir den Landy rüber, schließlich konnten wir hier nicht einfach so alles ausräumen und auch die Batterien würden in so einer Lage ersaufen. Also erst einmal hinsetzen, ausruhen, eine rauchen und nenn Plan machen. Wir entschlossen uns, mit dem Landy so weit wie möglich in den Fluß zu fahren, diesmal gleich auf den Brettern und dann mit der Unterstützung von Robertís Wagen rauszuziehen und das ganze noch dazu ratzi fatzi. Ist doch ein guter Plan, oder? Leider streikte nun der Landy. Ich persönlich denke ja, daß er nur Angst vor den reißenden Fluten hatte. Wie auch immer, nach dem wir ihn etwas sehr schräg schon mal runter an die Wasserkante gestellt hatten, wollte er einfach nicht mehr anspringen. Warum erzählte ich euch ja schon. Hinzu kam, daß er allmählich drohte umzukippen. Also gruben wir unter dem unbelasteten Rad den Hang weg und schubsten in wieder heilwegs gerade. Nach dem der Motor einige Male kurz zum laufen gekommen war standen wir auch wieder richtig in der Wagerechten, nur diesmal eben voll im Fluß. Nun wollte er überhaupt nicht mehr anspringen. Unser Glück war nur, daß die Strömung sehr stark nachgelassen hatte, so daß der Wagen auch so stehen blieb. Wie schon erwähnt, bekamen wir in mit drei Batterien wieder zum laufen, allerdings mit einem furchtbaren Geräusch aus Richtung Motor. Nichts des zu Trotz, die Karre lief wieder. Jetzt schnell an das Seil, Toyota starten und los. Halb im Fluß, halb an Land noch einmal stopp, denn Robert hatte nur begrenzt Platz nach vorn, und noch einmal nachgespannt. und schon standen wir mit beiden Fahrzeugen und sichtlich erleichtert auf sicherer Erde. Da jetzt bereits der Tag zur neige ging und wir alles wieder einzuräumen hatten, schlugen wir unser Camp in mitten der Wildnis auf. Am nächsten Morgen trauten wir unseren Augen nicht. Der Fluß hatte nicht einen einzigen Tropfen Wasser mehr in sich. So ist eben Afrika, heute so und morgen so. Bis zum Parkausgang ging dann alles ohne Zwischenfälle ab, so daß wir uns in Richtung Grenze weiter bewegen konnten. Auf dem Weg dahin wurde jedoch unser Wasser knapp und war irgend wann alle. Mit Hilfe eines schönen Regengusses und unserem Regenschirm war dieses Problem dann aber auch wieder gelöst und das Abendbrot gesichert. Es sollte übrigens das letzte in Ethiopia sein, denn am darauf folgendem Morgen (20.04.) machten wir uns auf zur Grenze. Da dieser Grenzübergang von Ethiopia Seite illegal ist mußten wir also aufpassen, daß man uns im letzten Dorf nicht sieht. Laut Därr-Reiseführer soll dieses Dorf weiträumig umfahren werden und außerdem hätten die Grenzer ja auch kein Fahrzeug, um einem zu folgen. Klingt so ja ganz gut, aber wo bitte ist das Dorf, ohne GPS-Daten ist dies ein Problem. Und so kam es wie es kommen mußte. Unser Wagen vorne weg mit mir am Steuer. Plötzlich ein Dorf und, leider zu späht erkannt, ein Schlagbaum über den Weg. Schei...., dachte ich so, das ums das Nest sein und ehe ich überhaupt richtig denken konnte, hatten meine Gliedmaßen schon den Weg nach links, durch irgendwelche Hütten hindurch, gewählt und suchten verzweifelt hinter der Schranke die Piste, die es gar nicht mehr gab. Nach einer großen Dorfrundfahrt blieben wir stehen und sahen, daß Robert und Jeroen standen und die Soldaten um den Toyota kreisten. Irgendwie machte man uns klar, daß wir zurück kommen sollten. Dies taten wir auch. Aber irgendwie sah Robert etwas blaß aus. Was war geschehen? Nun ganz einfach, der eine der drei Soldaten hatte bereits auf uns geschossen, doch weil wir ein ganzes Rudel Schutzengel besitzen müssen, hatte seine AK-46 eine Ladehemmung und das, für uns bestimmte, Geschoß verließ niemals den Lauf. Gott sei Dank! Nun war natürlich ein Hin- und Hergefrage angesagt und irgendwie machten wir ihnen klar, daß wir glaubten auf dem Weg nach Omorate (Kelem) zu sein, um uns ein Papier zu holen, welches uns nach Kenia weiter reisen lassen sollte. Damit das auch wirklich klargeht mit dem Papier, gab man uns einen der Soldaten mit auf den Weg nach Omorate, wo wir ja eigentlich nie hin wollten. Aus Gründen des Treibstoffmangels in unseren Fahrzeugen, fuhren aber nur Robert und ich dahin. Leider mußte ich die 50 km hin und 50km zurück auf dem Dach verbringen, wegen dem Grenzer und ich kann euch sagen, daß es nicht gerade angenehm war, so auf der Piste lang und unter den Dornenbäumen durch. Das war aber, glaube ich, immer noch besser als es André und Jeroen erging. 8 volle Stunden mußten sie in der Sonne sitzen und sich von den Eingeborenen bequatschen, bestaunen und betatschen lassen. So ähnlich muß wohl auch ein Tag im Irrenhaus sein. Auf jeden Fall hatten die beiden einen Knaks weg, als wir ohne Papier wieder ankamen. Nun versuchten wir es mit Korruption und siehe da es ging. So konnten wir 5.00 Uhr in der Frühe und für 20 US Dollar den Posten passieren und waren pünktlich zum Frühstück in Kenia. Da mir mittlerweile die Zeit davon läuft, immerhin sitze ich jetzt schon den 3. Tag an den paar Zeilen, und wir morgen nach Tiwi Beach fahren wollen, muß ich euch die Ereignisse aus Kenia in einem 2. Teil zu späterer Zeit übermitteln. Also bis dahin schön lesen, vervielfältigen und hoffen, daß es mal wieder etwas neues von uns zu lesen gibt. Bis dahin machtís gut Euer Dirk und André aus der Ferne Afrikas (15.05.2001).

PS.: André geht es wieder super und meine Wunden werden auch langsam wieder.
 

3rd mail vom 07.06.2001:
 
 

Hallo Neube,

wir sitzen nun schon seit 11 Tagen in Dar Es Salaam fest und warten darauf,dass man uns unseren Motor wieder zusammenbaut. Grund dafür war einegebrochene Kurbelwelle. Hatten daher Zeit im Internet zu surfen und stelltenfest, daß auf unserer Live-Seite immernoch Frank und Pascha mit daraufstehen. Bitte ändere das doch mal und außerdem müßte Nelson wieder schöne neue Fotos von Unterwegs haben, die es bestimmt wert sind mit abgebildet zu werden.
Ansonsten gibt es nicht viel Neues von uns zu berichten, außer, daß wir uns zu Tode langweilen in unserem 15 qm großen Hotelzimmer.
Tschuess bis bald von Dirk und Andre aus Afrika.

PS.: Wir bräuchten mal die E-Mail-Adresse von Klatschi.